Das „Software-defined Vehicle" wird die E/E-Architektur von Fahrzeugen grundlegend verändern. An die Stelle einer Vielzahl verteilter Steuergeräte treten leistungsfähige Hochleistungsrechner (HPC) und zonale Kommunikationsarchitekturen, die softwaredefinierte Funktionen bündeln und die Strukturen des heutigen Kabelbaums neu ordnen. Gleichzeitig führen KI-gestütztes automatisiertes Fahren und Insassenunterstützungssysteme zu einem zunehmenden Einsatz von Sensoren wie Kameras, Radar- und LiDAR-Systemen und damit zu einem Anstieg der Datenmengen, der erforderlichen Rechenkapazitäten und der notwendigen Kommunikationsbandbreiten.
Anhand von Entwicklungen aus Industrie und Forschung wird erörtert, wie sich der klassische Leitungssatz vom passiven Verbindungssystem zu einer neuartigen Infrastruktur für Daten, Kühlung, Energie und Diagnose weiterentwickelt. Der Vortrag beleuchtet die technologischen Treiber dieser Entwicklung, skizziert die zu erwartenden Veränderungen der fahrzeugseitigen E/E-Infrastruktur und gibt einen Ausblick auf neue Wertschöpfungspotenziale sowie den Bedarf an künftigen Schlüsseltechnologien.
Der Vortrag wurde im Rahmen des 9. Trendausblicks vom 07. Juli 2026 von Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Michael Weyrich, Institute for Industrial Automation and Software Engineering (IAS), Universität Stuttgart, vorgestellt.
Weitere Informationen zum Institute for Industrial Automation and Software Engineering der Universität Stuttgart finden Sie unter: www.ias.uni-stuttgart.de